Beim Dämmen und Sanieren stößt man häufig auf alte Mineralwolle. Glas- und Steinwolle, die vor der Jahrtausendwende verbaut wurde, kann Fasern enthalten, die als krebsverdächtig oder krebserzeugend gelten. Dieser Ratgeber der immobix – Sachverständigenbüro GmbH erklärt faktenbasiert, wie Sie alte künstliche Mineralfasern (KMF) einordnen, woran Sie sie erkennen und was bei Umgang und Entsorgung zu beachten ist.
Alte und neue Mineralwolle – der entscheidende Unterschied
Künstliche Mineralfasern sind seit Jahrzehnten als Dämmstoff im Einsatz. Entscheidend für die gesundheitliche Bewertung ist der Einbauzeitpunkt. Ältere Mineralwolle, die etwa vor dem Jahr 2000 verbaut wurde, kann lungengängige Fasern enthalten, die als krebsverdächtig oder krebserzeugend eingestuft sind. Neuere Mineralwolle, die seit 2000 hergestellt wird, ist biolöslich und trägt in der Regel das RAL-Gütezeichen. Sie gilt nach heutigem Kenntnisstand als gesundheitlich unbedenklich.
Woran Sie alte Mineralwolle erkennen
Ein sicheres Erkennen mit bloßem Auge ist schwierig. Wichtige Hinweise liefert der Einbauzeitpunkt: Wurde die Dämmung vor 2000 eingebaut, ist Vorsicht geboten. Fehlt das RAL-Gütezeichen oder ein Herstellernachweis, lässt sich die Faserart nicht ohne Weiteres beurteilen. Typische Fundorte sind Dachschrägen, oberste Geschossdecken, Zwischenwände, Rollladenkästen und Installationsschächte. Im Zweifel bringt nur eine Laboruntersuchung der Fasern Klarheit.
Warum alte Mineralwolle problematisch ist
Beim Ausbau alter Dämmung werden Fasern frei, die Haut, Augen und Atemwege reizen. Ein Teil der alten Fasern ist so fein und beständig, dass er als gesundheitlich kritisch gilt. Deshalb geht es nicht nur um vorübergehenden Juckreiz, sondern um einen sachgerechten Umgang, der die Faserfreisetzung begrenzt. Für Arbeiten mit alter Mineralwolle gilt die TRGS 521, die Schutzmaßnahmen bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten regelt.
Sicher umgehen und entsorgen
- Alte Dämmung möglichst wenig aufwirbeln und nicht trocken zerreißen.
- Geeignete Schutzausrüstung tragen, insbesondere Atemschutz, Handschuhe und geschlossene Kleidung.
- Material staubdicht verpacken und als Abfall entsprechend den Vorgaben entsorgen, nicht mit dem Hausmüll.
- Bei größeren Mengen oder unklarer Faserart einen Fachbetrieb hinzuziehen und die TRGS 521 beachten.
Unsere Einordnung stützt sich auf öffentlich anerkannte Grundlagen, unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die TRGS 521 sowie Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Umweltbundesamtes (UBA). Neben Mineralfasern begegnen uns bei Altbausanierungen oft weitere Stoffe, etwa Asbest oder Holzschutzmittel im Altbau.
Unklare Dämmung? Wir klären die Faserfrage
Sie sind bei Dämmarbeiten auf alte Mineralwolle gestoßen und sind unsicher? Rufen Sie uns unter 05130 9740286 an oder schreiben Sie an office@immobix.de. Wir bewerten die Situation, nehmen bei Bedarf Proben und sagen Ihnen, wie Sie sicher weiterkommen. Wir sind vor Ort in Hannover, der Region Hannover, in Niedersachsen sowie in Bremen und Hamburg. Mehr dazu auf unserer Seite zu Innenraumschadstoffen.
Termin & Kontakt
Sie haben eine Frage oder einen konkreten Verdacht? Rufen Sie das Sachverständigenbüro immobix unter 05130 9740286 an oder senden Sie uns über die Kontaktseite eine Nachricht. Wir melden uns zeitnah und vereinbaren bei Bedarf einen Ortstermin in Hannover, der Region Hannover, in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Weitere verständliche Beiträge rund um Schäden an Immobilien finden Sie in unserem Ratgeber.
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Häufige Fragen
Ist jede Mineralwolle gesundheitsschädlich?
Nein. Entscheidend ist der Einbauzeitpunkt. Ältere Mineralwolle vor etwa 2000 kann krebsverdächtige Fasern enthalten. Neuere, biolösliche Mineralwolle mit RAL-Gütezeichen gilt nach heutigem Kenntnisstand als unbedenklich.
Wie erkenne ich, ob meine Dämmung alt ist?
Wichtigster Anhaltspunkt ist das Einbaujahr. Fehlen Herstellernachweis und RAL-Gütezeichen und wurde vor 2000 gedämmt, ist Vorsicht geboten. Sicherheit bringt eine Laboruntersuchung der Fasern.
Darf ich alte Mineralwolle selbst ausbauen?
Kleine Mengen lassen sich mit geeigneter Schutzausrüstung und staubarmem Vorgehen entfernen. Bei größeren Mengen oder unklarer Faserart sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen und die TRGS 521 beachten.
Wie wird alte Mineralwolle entsorgt?
Sie gehört staubdicht verpackt in die vorgesehene Abfallentsorgung und nicht in den Hausmüll. Die genauen Vorgaben richten sich nach der Einstufung und den örtlichen Entsorgungsregeln.
Was ist die TRGS 521?
Die TRGS 521 ist die Technische Regel für Gefahrstoffe zu Abbruch- und Sanierungsarbeiten mit alten künstlichen Mineralfasern. Sie beschreibt die nötigen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit alter Mineralwolle.