Alte Bodenbeläge gehören zu den häufigsten Asbestquellen in Wohngebäuden. Wer ein Haus oder eine Wohnung aus der Zeit vor dem deutschen Asbestverbot von 1993 saniert, stößt beim Entfernen alter Böden immer wieder auf verdächtige Platten oder schwarzen Kleber. Dieser Ratgeber der immobix – Sachverständigenbüro GmbH erklärt faktenbasiert, welche Bodenbeläge betroffen sein können, woran Sie Verdacht schöpfen und warum erst eine Laboruntersuchung Gewissheit bringt.

Diese Bodenbeläge stehen unter Asbestverdacht
Bis Anfang der 1990er-Jahre wurde Asbest wegen seiner Festigkeit und Hitzebeständigkeit in vielen Bodenprodukten verarbeitet. Drei Gruppen tauchen bei Begutachtungen besonders oft auf.
Floor-Flex-Platten (Vinyl-Asbest-Platten)
Floor-Flex-Platten sind harte, spröde Bodenplatten, meist im Format 25 mal 25 Zentimeter, die von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre verlegt wurden. Sie enthalten oft fest gebundenen Asbest. Solange die Platten unbeschädigt liegen, ist die Faserfreisetzung gering. Kritisch wird es beim Brechen, Bohren oder Abschlagen, denn dabei können Fasern frei werden.
Cushion-Vinyl-Beläge (CV-Beläge)
Cushion-Vinyl ist ein weicher PVC-Bodenbelag in Bahnenform, der auf der Unterseite eine Trägerschicht aus Asbestpappe haben kann. Diese Rückseite gilt als schwach gebunden und damit als besonders heikel, weil Fasern hier leichter freigesetzt werden. CV-Beläge finden sich häufig in Küchen, Bädern und Fluren älterer Wohnungen.
Schwarzer Kleber und Bitumenspachtel
Unter altem Parkett, Linoleum oder Fliesen liegt oft ein schwarzer, teerartiger Kleber. Dieser kann asbesthaltig sein und zusätzlich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu PAK im schwarzen Parkettkleber.
Woran Sie Verdacht schöpfen
Ein sicherer Nachweis ist mit bloßem Auge nicht möglich. Es gibt aber deutliche Hinweise: ein Baujahr vor 1993, das typische Plattenformat 25 mal 25 Zentimeter, ein weicher Bodenbelag mit grauer oder brauner Pappunterseite sowie schwarzer, teeriger Kleber im Bodenaufbau. Treffen mehrere dieser Punkte zu, sollten Sie vor jeder Bearbeitung Klarheit schaffen.
Warum nur eine Laborprobe Sicherheit gibt
Ob ein Material tatsächlich Asbest enthält, klärt nur die Analyse einer Materialprobe in einem akkreditierten Labor. Die Probenahme erfolgt zerstörungsarm und staubarm, damit dabei keine Fasern frei werden. Als Sachverständiger mit Sachkunde nach TRGS 519 (dem sogenannten großen Asbestschein) entnehmen wir Proben fachgerecht, lassen sie analysieren und ordnen das Ergebnis für Sie ein. So wissen Sie vor der Sanierung, woran Sie sind. Einen Überblick über weitere Fundstellen im Gebäude gibt unser Beitrag Asbest erkennen.
Was Sie bis zur Klärung nicht tun sollten
- Verdächtige Platten oder Beläge nicht abschleifen, bohren, brechen oder trocken abkratzen.
- Keine alten Beläge eigenhändig herausreißen, bevor der Asbeststatus geklärt ist.
- Den Bereich möglichst wenig begehen und keinen Staub aufwirbeln.
- Bei bestätigtem Asbest die Entfernung einem zugelassenen Fachbetrieb überlassen, wie es die TRGS 519 vorschreibt.
Unsere Einordnung stützt sich auf öffentlich anerkannte Grundlagen, unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die TRGS 519 sowie Informationen des Umweltbundesamtes (UBA) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Eine vertiefte Prüfung im Zusammenhang mit einem Kauf oder einer Sanierung bieten wir auf unserer Seite zu Innenraumschadstoffen an.
Asbestverdacht im Boden? Wir schaffen Klarheit
Sie planen eine Sanierung oder einen Kauf und haben einen verdächtigen Bodenbelag entdeckt? Rufen Sie uns unter 05130 9740286 an oder schreiben Sie an office@immobix.de. Wir prüfen die Situation, nehmen bei Bedarf Proben und sagen Ihnen klar, was zu tun ist. Wir sind vor Ort in Hannover, der Region Hannover, in Niedersachsen sowie in Bremen und Hamburg.
Termin & Kontakt
Sie haben eine Frage oder einen konkreten Verdacht? Rufen Sie das Sachverständigenbüro immobix unter 05130 9740286 an oder senden Sie uns über die Kontaktseite eine Nachricht. Wir melden uns zeitnah und vereinbaren bei Bedarf einen Ortstermin in Hannover, der Region Hannover, in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Weitere verständliche Beiträge rund um Schäden an Immobilien finden Sie in unserem Ratgeber.
Anfrage senden Anrufen: 05130 9740286
Häufige Fragen
Ist Asbest im Bodenbelag gefährlich, solange er unbeschädigt liegt?
Fest gebundener Asbest in unbeschädigten Platten setzt nur wenige Fasern frei. Gefährlich wird es vor allem beim Bearbeiten, etwa durch Bohren, Brechen oder Schleifen. Schwach gebundene Materialien wie die Asbestpappe unter Cushion-Vinyl gelten als kritischer.
Woran erkenne ich Floor-Flex-Platten?
Typisch sind harte, spröde Platten im Format 25 mal 25 Zentimeter aus der Zeit vor 1993. Ein sicherer Nachweis gelingt nur über eine Materialprobe im Labor, da sich Asbest optisch nicht bestimmen lässt.
Kann ich einen alten Bodenbelag selbst entfernen?
Solange der Asbeststatus nicht geklärt ist, sollten Sie darauf verzichten. Ist Asbest nachgewiesen, schreibt die TRGS 519 vor, dass die Entfernung durch einen sachkundigen und zugelassenen Fachbetrieb erfolgt.
Wie läuft die Probenahme ab?
Wir entnehmen zerstörungsarm und staubarm eine kleine Materialprobe und lassen sie in einem akkreditierten Labor untersuchen. Anschließend ordnen wir das Ergebnis ein und empfehlen das weitere Vorgehen.
Muss ich vor einer Sanierung im Altbau immer auf Asbest prüfen?
Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1993 ist vor Bau- und Sanierungsarbeiten eine Erkundung möglicher Asbestvorkommen sinnvoll und im Arbeitsschutz vorgesehen. So lassen sich Gefährdung und unnötige Kosten vermeiden.